8. Mai: Tag der Befreiung vom Faschismus

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Faschismus
18 Uhr KZ-Gedenkstätte Schillstrasse Braunschweig

anschließend Vortrag „Die Bedeutung des Juristen und Generalstaatsanwalts Fritz Bauer für den Aufbau einer demokratischen Grundordnung in der jungen BRD“

Das Bündnis gegen Rechts lädt anlässlich des 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, zu einer Gedenkveranstaltung an der KZ-Gedenkstätte Schillstrasse ein. Im Anschluss an die stille Kranzniederlegung wird Udo Dittmann, Sprecher des Fritz Bauer Freundeskreises in Braunschweig, in den Räumen der Gedenkstätte zum Thema : Die Bedeutung des Juristen und Generalstaatsanwalts Fritz Bauer für den Aufbau einer demokratischen Grundordnung in der jungen BRD sprechen. Fritz Bauer kehrte 1949 aus dem Exil nach Deutschland zurück und wurde Landgerichtsdirektor am Landgericht Braunschweig und 1950 Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht der Stadt. Einer seiner ersten Fälle als Generalstaatsanwalt in Braunschweig war 1952 der sogenannten Remer-Prozess. In Folge dieses Prozesses wurden die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 rehabilitiert, und ihr Versuch, Hitler zu töten, legitimiert. Das Gericht schloss sich Bauers Auffassung in seinem Plädoyer an, der NS-Staat sei „kein Rechtsstaat, sondern ein Unrechtsstaat“ gewesen. Fritz Bauers Werk galt dem Aufbau einer demokratischen Justiz, der konsequenten strafrechtlichen Verfolgung nationalsozialistischen Unrechts und der Reform des Straf- und Strafvollzugsrechts. Die Frankfurter Auschwitzprozesse (1963-1981) wären ohne Bauers hartnäckigen Einsatz wohl nicht zustande gekommen. Bauers großer Verdienst besteht darin, durch die von ihm angestrengten Prozesse ab Mitte der 1960er Jahre die öffentliche Auseinandersetzung mit der Holocaust-Thematik eingeleitet zu haben.