Bündnis kritisiert Behinderung der Presse durch BRAGIDA-Ordner und Polizei (ergänzt)

Das Bündnis gegen Rechts kritisiert in einer Pressemitteilung, dass am letzten Montag (2.2.2015) mehrere Journalisten in Braunschweig durch Ordner der BRAGIDA-Versammlung, aber auch durch Polizeibeamte an ihrer Arbeit behindert wurden. So hat sich z.B. die vielfach ausgezeichnete freie Journalistin Andrea Röpke, eine bundesweit anerkannte Expertin mit dem Themenschwerpunkt Extreme Rechte, an das Bündnis gegen Rechts gewandt und ihre Erlebnisse geschildert:

Ich wurde erst von einem BRAGIDA-Ordner bedrängt. Er hielt mir die Kamera zu und wollte meinen Presseausweis sehen. Als ich ihm den verweigerte, weil er nicht das Recht dazu hat, forderte er mich abrupt auf den abgesperrten inneren Bereich der Kundgebung zu verlassen. Die Polizei nahm das Ganze zur Kenntnis. Ein leitender Polizist, der wusste, dass ich beruflich vor Ort war, forderte mich daraufhin sogar noch auf, meine Arbeit vorübergehend einzustelllen. Ähnlich erging es auch anderen Kollegen. Offensichtlich fühlten sich einige Bragida-Teilnehmer durch die Anwesenheit von Journalisten provoziert. Anscheinend möchte die ‚Bewegung‘ selber bestimmen welche Informationen und Bilder an die Öffentlichkeit gelangen.

Andrea Röpke wurde zuletzt 2012 von der Branchenzeitschrift Medium Magazin als Journalistin des Jahres 2011 in der Fachkategorie Politik ausgezeichnet. In der Laudatio heißt es: „Ihre Hartnäckigkeit und der Mut, für ihre Recherchen immer wieder auch persönliche Gefahren in Kauf zu nehmen, sind ein Vorbild für alle Kollegen.

BRAGIDA verkündet inzwischen auf ihrer Facebook-Seite, dass aufgrund des „Unmut“ von Teilnehmern ihrer Kundgebung über die „freien Fotografen der Presse“ am kommenden Montag in Absprache mit der Polizei eine extra ausgewiesene „Pressezone“ eingerichtet werde.

David Janzen, Sprecher des Bündnis gegen Rechts dazu:

Sollte die Behauptung von BRAGIDA der Wahrheit entsprechen, dass am Montag in Absprache mit der Polizei eine abgesonderten ‚Pressezone‘ eingerichtet werden soll, dann wäre das ein deutlicher Eingriff in die Pressefreiheit und die freie Berichterstattung. Es ist sehr wichtig, dass Journalisten dokumentieren und darüber berichten, dass dort eben keine ‚Bürgerbewegung‘ demonstriert, sondern ein Sammelsurium von organisierten Neonazis, Anhängern der rechten Szene, militanten Hooligans und rassistischen Wutbürgern. Wir fordern Stadt und Polizei auf allen Medienvertretern den ungehinderten und freien Zugang zur Kundgebung von BRAGIDA und die ungestörte und unbehinderte Arbeit zu gewährleisten. Es kann nicht sein, dass BRAGIDA-Ordner die Arbeit von Journalisten behindern und die Polizei sie gewähren lässt.

In diesem Zusammenhang sei auch auf den Bericht »Der Angriff auf die ‚Lügenpresse’« auf tagesschau.de von gestern hingewiesen, in dem die zunehmenden Behinderungen von und die Angriffe auf Journalisten bei extrem rechten Aufmärschen oder PEGIDA-Versammlungen thematisiert werden.

Dort heißt es: „Röpke kritisiert in diesem Zusammenhang die Polizei: Diese ignoriere bei Demonstrationen bisweilen Beleidigungen wie ‚Judenpresse‘ oder fordere die Journalisten bisweilen sogar auf, die Arbeit einzustellen, um Rechtsradikale nicht zu provozieren. Dies sei zuletzt beispielsweise in Braunschweig oder in Stralsund bei einem Aufmarsch von ‚MVgida‘ der Fall gewesen, berichtet Röpke.“

NACHTRAG:

Die Polizei Braunschweig weist darauf hin, dass es im Rahmen der sogenannten „Bragida“-Versammlung am kommenden Montag keine extra ausgewiesene „Pressezone“ geben wird. Pressevertreter mit gültigem Presseausweis haben ohne Einschränkung Zutritt zu allen öffentlichen Bereichen.

Ein Gedanke zu „Bündnis kritisiert Behinderung der Presse durch BRAGIDA-Ordner und Polizei (ergänzt)“

  1. Es dürfte doch bekannt sein, dass gerade in Braunschweig sich viele Menschen der rechten Szene wohnen und aufhalten.
    Seit 1981 habe ich dieses beobachten können,
    Selbst viele Polizisten sind ganz rechts angesiedelt.
    Deshalb wundert mich das Verhalten der Polizei über die Presse nicht!

    Der Verfassungsschutz und der BND sollte sich mal verstärkt damit befassen und auseinandersetzen!
    Weshalb dieses noch nicht geschehen ist, wundert mich!

    Schreibt bitte von Euch und was Ihr verfolgt und macht keine Reklame für Euren politischen Gegner!

    Viel Erfolg!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.