Eine bunte Mischung unterschiedlichster Menschen oder „200 Links-Autonome“ – Ein Leserbrief an die Braunschweiger Zeitung

"Drei Fragen an", Braunschweiger Zeitung vom 5.2.2015
„Drei Fragen an“ aus der Braunschweiger Zeitung vom 5.2.2015

Der folgende Lesebrief wurde als Reaktion auf einen Kommentar von Henning Noske in der Braunschweiger Zeitung am 3.2.3015 geschrieben. Dort heisst es unter anderem : „Man kann verlangen, dass dumpfen Volksverhetzern und ihren Parolen kein Podium geboten wird. Die Aggressionen der Antifas auf der anderen Seite sind auch nicht besser. Hier ist man auch nur auf Krawall aus ..“ Die Aussagen im Leserbrief wurden in Abstimmung mit dem Verfasser in gekürzter Form in der Rubrik „Drei Fragen an“ am 5.2.2015 in der Braunschweiger Zeitung abgedruckt.

Im folgenden der Leserbrief im Wortlaut:

Sehr geehrte Herr Noske,

bitte hören Sie damit auf, die „Antifa“ rundweg als Leute zu
diffamieren, die nur auf „Krawall“ aus seien. Wie auch am letzten Montag sind auch diesmal wieder hunderte Menschen nach der Kundgebung des „Bündnis gegen Rechts“ spontan auf die Straße gegangen und haben BRAGIDA den Weg versperrt.

Das waren nicht „200 Links-Autonome“, wie die Polizei sagt, sondern eine bunte Mischung unterschiedlichster Menschen, darunter sicher auch welche die sich der antifaschistischen Bewegung zuordnen, aber auch viele aus ganz anderen politischen Spektren und viele die sich gar keiner Gruppierung zugehörig fühlen. Gerade diese breite und bunte Vielfalt macht seit Jahren die Arbeit des Bündnis gegen Rechts und seinen Erfolg aus.

Es gab es an allen drei Montagen keinerlei „Krawalle“. Lediglich am ersten Montag hat das Auftreten vermummter Neonazis und Hools bei BRAGIDA zu einer aufgeheizten Stimmung und einzelnen Auseinandersetzungen beigetragen. Auch an gestrigen Montag zog Polizeisprecher Wolfgang Klages das Fazit: „Alles ruhig, keine Vorkommnisse“. Was veranlasst sie also von „Krawall“ zu sprechen?

Ohne das Engagement der „Antifa“ wäre in dieser Stadt die organisierte rechte Szene sicher deutlich öffentlich präsenter  und nicht so politisch unbedeutend, wie sie sie es derzeit ist.

Auch im Bündnis gegen Rechts arbeiten von Anfang an Menschen mit, die sich der antifaschistischen Bewegung zugehörig fühlen. Sie tun das sehr engagiert und konstruktiv.

Bitte bleiben sie sachlich und hören sie auf die „Antifa“ pauschal zu diffamieren. Sie sprechen damit vielen Menschen, die sich in dieser Stadt seit Jahren gegen Rassismus und die extreme Rechte engagieren, ein ernstzunehmendes politisches Bewusstsein ab.

Mit freundlichen Grüßen

David Janzen

 

Ein Gedanke zu „Eine bunte Mischung unterschiedlichster Menschen oder „200 Links-Autonome“ – Ein Leserbrief an die Braunschweiger Zeitung“

  1. Die Montagsdemos haben eher den Charakter einer Schnitzeljagd auf einem Kindergeburtstag. Um einen Blick ins Zoogehege mit den paar Rechtsextremen zu werfen, fragt man sich, wo die Polizei das Häufchen Elend diesmal gerade versteckt hat.

    Die Polizei selbst (quasi als dritte Partei) wird in Ruhe gelassen, meist mit einem respektvollen Meter Abstand (meine persönliche Erfahrung). Obwohl sie normalerweise in Grüppchen auftreten, konnte ich sogar einen einzelnen Beamten beobachten, der allein durch die Demonstranten schritt, vermeintlich um sein Grüppchen zu suchen.

    Fazit: Ziemlich unspektakulär und wahrlich nicht todesmutig … Wer Krawalle sehen will, soll zum Stadion gehen!

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