Kundgebung: WIR STEHEN EIN – GEGEN RASSISMUS UND AUSGRENZUNG!

Frauentag 2015

Kundgebung/Demo:
Montag * 9. März * 17:30 Uhr (Achtung: geänderte Anfangszeit!)
Hauptbahnhof

BRAGIDA hat ihre Daueranmeldung für die Innenstadt zurückgezogen und will am Montag dafür einen Marsch vom Parkplatz am HBF zum John-F-Kennedy-Platz und zurück machen.

Unsere Kundgebung wird dieses Mal thematisch an den 8. März, den Internationalen Frauentag anknüpfen. Wir haben dazu Frauen als Rednerinnen eingeladen, die sich mit ihrer Arbeit gegen Rassimus, gegen Vorurteile und Diskriminierungen, insbesondere auch von Frauen, engagieren.

Frauen sind überall auf der Welt besonders von Armut, Ausbeutung, Unterdrückung, Kriegen und sexualisierter Gewalt betroffen. Nach Schätzungen der UN sind weltweit ca. 80 % der Flüchtlinge Frauen und Kinder. Die wenigsten von ihnen schaffen jedoch den langen Weg nach Europa. Diejenigen, die z.B. vor sexualisierter Gewalt oder wegen der Unterdrückung aufgrund ihres Geschlechtes hierher fliehen, brauchen unsere besondere Solidarität und Unterstützung.

Aber auch hier in Deutschland sind Frauen z.B. häufig Opfer von häuslicher Gewalt, die noch immer die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen ist. Für Frauen ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner Gewalt zu erfahren, weitaus höher als von einem Unbekannten tätlich angegriffen zu werden. Erzkonservative, Rechtspopulisten und Neonazis verbreiten ein patriachales Frauenbild, dass versucht die Rolle der Frau zu biologisieren und damit ihre gesellschaftliche Emanzipation zurückzudrängen.

Auch BRAGIDA wendet sich z.B. gegen ‘Gender-Mainstreaming’, also den Versuch die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern bei allen Entscheidungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu berücksichtigen, um so die Gleichstellung der Geschlechter durchzusetzen. Auch gegen die dahinter sichtbar werdenden eindimensionalen und biologistischen Geschlechter- und Familienbilder wenden wir uns und treten für eine Akzeptanz der Vielfalt und Gleichberechtigung der unterschiedlichen geschlechtlichen Identitäten, Lebensentwürfen und sexuellen Orientierungen ein!

Am letzten Montag hat BRAGIDA mit ihren rechten Parolen und dumpfen Vorurteilen kaum noch mehr als ein paar Neonazis, ein paar Hooligans und ein paar versprengte ‘WutbürgerInnen’ vor allem aus dem Umland angezogen. Ob sie diesen Montag mit ihrem angekündigten Marsch nun wieder mehr Teilnehmer anziehen, wird sich zeigen. Für uns gilt deshalb weiterhin: Kein Platz! Keinen Meter für Rassismus!

Bisher steht für das Programm unserer geplanten Kundgebung fest:

  • Moderation: Eva Stassek, IG Metall
  • Lina Schönfeld, Integrationsbeauftragte des Box-Clubs 72 e.V. zum Thema „Respekt, Integration und Asyl“
  • n.n., Falken Braunschweig zum Thema „Frauenbild bei BRAGIDA und der extremen Rechten“
  • Katja Voges, Betriebsrätin VW Braunschweig zum Thema „Partnerschaftliche Verhalten im Betrieb“

Lieder laut und mutig:

  • Gisa Flake, Gesang mit Piano-Begleitung
  • Undine Schönfeld & Heide Janicki, Gesang

Aufruf des Bundesverbandes der Migratinnen in Deutschland e.V. zum Internationalen Frauentag 2015:

„Wir stehen ein – Gegen Rassismus und Ausgrenzung! Frauensolidarität stärken – Für Entgeltgleichheit und sichere Arbeit!

… In den letzten Wochen wurden in verschiedenen Städten Deutschlands Demonstrationen und Kundgebungen veranstaltet, wo die ‚Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes‘ (Pegida) marschieren. Die Zahl der Teilnehmer ist nicht zu unterschätzen. Im Januar haben Fanatiker etliche Redakteure in Paris brutal ermordet. Nun benutzt Pegida die grausame Tat, um gegen Menschen islamischen Glaubens und Flüchtlinge zu hetzen. Damit befeuern sie die Spirale aus Hass – und spielen den Tätern in die Hände. In ganz Europa sind rechte Parteien auf dem Vormarsch und versuchen die Ängste der Menschen gegen Flüchtlinge und die Schwächsten in unserer Gesellschaft zu lenken. Übergriffe auf Flüchtlinge haben im vergangenen Jahr stark zugenommen. Ob PEGIDA oder andere rassistische Kräfte oder rückwärtsgewandte islamische nationalistische Kräfte – sie treiben einen Keil und schüren Feindschaften zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion. Es ist dringender denn je, die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen und gemeinsam für ein besseres Leben und Zukunft einzustehen.“

Den ganzen Aufruf gibt es hier: http://www.migrantinnen.net/wp-content/uploads/2015/02/2015.-Aufruf.pdf

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