Gedenken an die Reichspogromnacht und Protest gegen BRAGIDA

9.11.2015Einen großen Dank an die über tausend Menschen, die am Montag mit uns der Pogromnacht am 9. November 1938 gedacht haben. Es war wieder ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus. Im Anschluß an unsere Versammlung haben viele hundert Menschen lautstark gegen die rund 50-60 BRAGIDA-Anhänger protestiert. Wegen einer Sitzblockade mußte deren „Spaziergang“ dann wieder einmal umkehren.

9.11.2015Auch an der Gedenkfeier der Stadt an der ehemaligen Synagoge beteiligten sich viele Menschen. Das Bündnis gegen Rechts hat dort gemeinsam mit Vertretern der jüdischen Gemeinde, der Stadt, der Ratsfraktionen, der Gewerkschaften und andere Organisationen den von den Nazis ermordeten Jüdinnen und Juden gedacht und einen Kranz mit der Aufschrift: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschimus“ niedergelegt.

Die Rede unseres Sprechers David Janzen, gibt es hier zum nachlesen: „Wer sehen wollte, konnte es sehen!“

BRAGIDA-Redner Mannheimer hetzte gegen „Linke“, Merkel, Medien, Bundespräsident Gauck und das „System“

Michael Mannheimer, 9.11.2015Michael Mannheimer äußerte in seiner Rede bei BRAGIDA: „Wir leben heute in einer SED 2.0 DDR 2.0 … Dieser Feind hat sich verschwören Deutschland als Kulturvolk und als Ethnie zu vernichten …. Hier sitzen die neuen Freunde des Islam und damit die Nachfolger der islamophilen Politik der NSDAP und des Dritten Reiches … Es gibt keine Möglichkeit mehr dieses System über Neuwahlen zu reorganisieren … Deswegen gibt es nur noch einen Weg: Den allgemeinen Widerstand, den Aufstand des deutschen Volkes zu einem Reset“

>>> Eine Abschrift mit Auszügen der Rede gibt es zu Dokumentationszwecken hier zum Download als PDF.

Es ist schon unglaublich, dass am 9. November so ein Hetzredner vor dem Braunschweiger Rathaus auftreten durfte und die Kundgebung zum Gedenken an die Reichspogromnacht des Bündnis gegen Rechts von der Stadt verlegt wurde. Und wer lautstark mit Trillerpfeifen oder mit Blockaden gegen solche Reden protestiert, der wird von der Polizei auch noch kriminalisiert.

Der Landtagsabgeordnete und Vize-Präsident des Nds. Landtages, Klaus Peter Bachmann (SPD), der an unserer Kundgebung teilnahm und sich auch persönlich ein Bild von der BRAGIDA-Versammlung machte, äußerte gegenüber regionalBraunschweig, daß man dem Bragida-Redner den Hahn hätte abdrehen sollen: „Mannheimer hätte mit Beleidigungen gegen Staatsorgane und verfassungsfeindlichen Bemerkungen Anlass gegeben, dass man die Rede auch hätte unterbinden können. Bachmann wolle nun prüfen, warum dies nicht geschehen sei. Er hoffe, dass der Staatsschutz die Aussagen des Mannheimers dokumentiere und ihm dann notfalls auch den Hahn zudrehe.“

Offene Drohungen und Attacke auf Linken-Büro

12072559_1071496999550305_7671669463289227482_nAuf der BRAGIDA-Versammlung entrollten Teilnehmer ein Transparent mit der Aufschrift „Linke Aktivisten haben Namen und Adressen. Kein Vergeben, kein Vergessen“. Schon am letzten Montag wurde bei der BRAGIDA-Versammlung einem Mitglied des Bündnis gegen Rechts gedroht: „Wir besuchen dich bei deiner Arbeit!“. Nach der Kundgebung des Bündnis gegen Rechts wurden TeilnehmerInnen in der Innenstadt von einer Gruppe Neonazis aus dem Dunstkreis der NPD-Jugendorganisation „JN“ bedroht. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurden in Wolfenbüttel Steine und Eier auf das Büro der Partei „Die Linke“ geworfen (zum Bericht auf der Homepage der Partei).

BRAGIDA wirft offene Neonazis raus

Wie die Polizei gegenüber der Braunschweiger Zeitung mitteilte, habe die Versammlungsleiterin der Bragida-Kundgebung „13 polizeilich bekannte Rechtsextreme aus Braunschweig und Umgebung aufgefordert, ihre Kundgebung zu verlassen. Diese Polizei habe diese Personen dann von der Versammlung ausgeschlossen.“ Darunter befand sich auch Sebastian W. von der „JN Braunschweig“, der Jugendorganisation  der NPD. Offensichtlich ist BRAGIDA darum besorgt, dass ihr „Ruf“ durch eine allzu deutliche Nähe auch zu bekennenden Neonazis weiter beschädigt wird. Schließlich will man sich  ja weiterhin verzweifelt als „Bürgerbewegung“ darstellen, die mit Neonazis, der extremen Rechten und Rechtspopulisten nichts zu tun habe.

Medienberichte und Bilder

Im folgenden haben wir ein paar Links zu Fotos vom Tag und Medienberichte zusammengestellt:

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