Braunschweig: Neonazi prügelt Schüler ins Krankenhaus

Wie die Polizei Braunschweig heute mitteilte, wurden gestern Nachmittag an der Neuen Oberschule zwei 19-jährige Schüler durch Schläge und Tritte eines 23-jährigen, der nicht Schüler der Schule ist, verletzt. Einer der Opfer musste im Krankenhaus operiert werden und erlitt erhebliche Gesichtsverletzungen. Laut Polizei lägen die Hintergründe für die Auseinandersetzung noch im Dunkeln (Pressemitteilung der Polizei Braunschweig).

Nach Angaben von Augenzeugen (die aus Angst vor den Neonazis anonym bleiben wollen) war der mutmaßliche Angreifer ein bekannter Neonazi. Er soll zuvor zusammen mit einem weiteren Aktivisten der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ extrem rechte Flyer in der Schule verteilt haben. Der mutmaßliche Angreifer hatte sich am Montag an einem „Abendspaziergang“ des Braunschweiger Ablegers der PEGIDA-Bewegung „BRAGIDA“ beteiligt und dort das Fronttransparent mitgetragen (siehe: http://buendnisgegenrechts.net/2016/02/22/militante-neonazis-tragen-bragida-fronttransparent/).

David Janzen, Sprecher des Bündnis gegen Rechts dazu:

Wir haben in den letzten Monaten immer wieder vor der Zunahme rechter Aktivitäten und Gewalt in Braunschweig gewarnt. Nun ist es leider soweit gekommen, dass ein Schüler durch einen Neonazi schwer verletzt wurde. Wie uns Augenzeugen berichtet haben, hatte der mutmaßliche Täter und ein weiterer Beteiligter in der Schule zuvor Propagandamaterial der NPD-Jugendorganisation ‚Junge Nationaldemokraten‘ verteilt. Der mutmaßliche Angreifer ist kein Unbekannter, am Montag trug er das Fronttransparent von BRAGIDA mit. In den letzten Wochen war er immer wieder an Aktionen der ‚Jungen Nationaldemokraten‘ beteiligt. Diese treten in Braunschweig immer agressiver und militanter auf. Sowohl ein Angriff mit Pfefferspray auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Kundgebung des Bündnis gegen Rechts am Nibelungenplatz als auch die Attacke auf einen Mitarbeiter der Jugendorganisation Die Falken gehen auf das Konto von Anhängern dieser Gruppe. Dazu kommen weitere Drohungen und Attacken gegen Jugendliche, die sich antifaschistisch engagieren. Wir als Bündnis gegen Rechts wünschen den beiden Opfern gute Besserung. Von den Zuständigen in Politik und Behörden erwarten wir, dass die Zunahme rechter Straf- und Gewalttaten in unserer Stadt endlich ernst genommen und wirksam bekämpft wird. Es ist jetzt wichtig den zivilgesellschaftlichen Initiativen und antifaschistischen Jugendgruppen, die sich in unserer Stadt seit Jahren gegen Rassismus und Neofaschismus enagieren den Rücken zu stärken und sich mit den Opfern rechter Gewalt zu solidarisieren. In den letzten Monaten haben sich immer wieder Menschen mit der Bitte um Hilfe und Untertstützung an uns gewandt, die von Neonazis bedroht oder sogar angegriffen wurden. Manche davon haben aus Angst vor Racheaktionen der Neonazis oder aus Mißtrauen gegenüber der Polizei keine Anzeige erstattet. Wir brauchen deshalb in Niedersachsen und auch in unserer Stadt endlich unabhängige Opferberatungsstellen, die Menschen parteilich und kompetent beraten, begleiten und unterstüzen, die Opfer von rassistischen und rechten Bedrohungen und Gewalttaten geworden sind.

Eine Übersicht mit Aktivitäten und Angriffen der Neonazis der letzten Monate in Braunschweig finden Sie hier:

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