„Vorbereitung auf den politischen Strassenkampf“

UPDATE: Wir haben heute (26.10.2018) eine neue Stellungnahme der Hagia-Gruppe bekommen, die findet ihr hier.

Da schreibt man eine freundliche Mail an die HYGIA Gruppe (u.a. VIENNA Fitness, McV Fitness, HYGIA Fitness Braunschweig) und macht sie daraufhin aufmerksam, dass bei Facebook ein Foto veröffentlicht wurde, auf dem die beiden gewalttätigen Neonazis Pierre B. und Timo B. im Fitnesstudio Mcv Rebenring 31 mit erhobenen Fäusten vor einem Boxsack posieren. Dabei tragen sie Shirts mit der Aufschrift „Adrenalin Braunschweig Adolf H. Hooligans“ und dem Kopf eines „Hitlerjungen“ – und was ist die Reaktion?

Geschäftsführer antwortet nicht nur, dass man sich sich „nicht in der Position etwas zu unternehmen“ sehe, nein – er beschuldigt auch noch das Bündnis gegen Rechts der „Hetze gegen Menschen“. Und das, weil wir ihn in unserer Mail über die Beteiligung der beiden Neonazis an neonazistischen Aktivitäten und informiert haben und darauf hingewiesen haben, dass einer der beiden bereits zweimal wegen Gewalttaten zu Haftstrafen (ausgesetzt zur Bewährung) verurteilt worden ist. Doch nicht genug: In seiner Antwort droht der Geschäftsführer auch noch an, juristisch prüfen zu lassen, ob nicht der „Straftatbestand der Erpressung“ vorliege, weil wir geschrieben haben, dass wir uns vorbehalten würde, die Sache öffentlich zu thematisieren, falls keine Reaktion erfolgt.

Auf der Facebook-Seite der rechten „Kampfgruppe & Sportgemeinschaft Adrenalin BS“ (wo das Foto aus dem McV! Fitnessstudio veröffentlicht wurde) kann man zu Bildern die den verurteilten Nazischläger Pierre B. beim Kraft- und Kampfsport zeigen, Parolen, wie „Kampfsport gegen Links“, „Boxtraining Politisches Sport Frei“ oder „Kickboxen gegen Überfremdung“ lesen – Parolen, die recht deutlich machen, dass es den Neonazis eben nicht um eine sportliche Betätigung oder körperliche Fitness geht, sondern sie trainieren Fitness, Kraft- und Kampfsport „für den politischen Straßenkampf, für den Umsturz“, wie der Hooligan-Forscher Robert Claus kürzlich in einem Artikel „Rechtsextremismus: Kampfsport für den Umsturz?“ auf tagesschau.de äußerte. Erwähnt wurde da auch „Adrenalin Braunschweig“: „Lange Zeit war Boxen der Favorit der rechten Szene. In letzter Zeit wird Mixed Martial Arts populärer. Dabei bedienen sich Kämpfer verschiedener Schlag-, Tritt- und Grifftechniken aus unterschiedlichen Kampfstilen. Aber es geht dabei nicht nur um Sport. Das Gelernte wird mittlerweile auch auf die Straßen getragen. Bei den rechten Ausschreitungen in Chemnitz Ende August und Anfang September waren nach Recherchen des ARD-Magazins Monitor und des Recherchekollektivs Runter von der Matte mehrere aktive Kampfsportler dabei. Zum Beispiel Lasse R. aus Braunschweig. Ein Nazi der Gruppe ‚Adrenalin BS‘.“

Die Betreiber von Kraft- und Fitnesstudios und Kampfsportschulen, sollten sich die Frage stellen, ob sie wirklich solche Neonazis bei sich trainieren lassen, die dann losziehen und Menschen bedrohen oder attackieren. Sich einfach damit rauszureden, man habe schließlich Kunden „jeglicher politischer Richtung“, wie das der Geschäftsführer der Hygia Gruppe macht, ist sicher keine verantwortungsbewusste Haltung.

Und wer in den Fitness-Studios der Hygia Gruppe Kundin/Kunde ist, der sollte sich überlegen, ob er wirklich bei einem Unternehmen Kunde/Kundin bleiben will, welches keine Probleme damit hat, dass dort aggressive, gewalttätige Neonazis trainieren.

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