Kein Fitnesstraining für gewalttätige Neonazis!

Kein Fitnesstraining für gewalttätige Neonazis!
Offener Brief an McFIT in Braunschweig

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den letzten Monaten haben sich immer wieder Kund*innen von McFIT in Braunschweig an uns gewandt und darauf hingewiesen, dass dort der durch Medienberichte bekannte, gewaltbereite Neonazi Lasse Richei trainiert. Uns liegen auch Berichte vor, wonach es vor oder im Fitnessstudio auch schon zu Belästigungen und Bedrohungen durch den Neonazis gekommen ist. Inzwischen haben mehre Kund*innen ihren Vertrag gekündigt, weil trotz mehrere Beschwerden nicht entsprechend reagiert wurde und Lasse Richei dort weiter trainieren kann.

Fitnesstraining für den gewalttätigen Straßenkampf

Lasse Richei gehört zu einer kleinen Gruppe von Neonazis, die bis vor kurzem als „Sport- und Kampfgemeinschaft Adrenalin Braunschweig“ auftraten. Die Mitglieder der Gruppe suchen bewusst die gewalttätige Auseinandersetzungen mit Menschen, die sie aufgrund ihres rechten Weltbilds als „Feinde“ betrachten und trainieren dafür gezielt Fitness, Kraft- und Kampfsport.

Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke bezeichnete einer der Neonazis aus der Gruppe den wegen dringenden Tatverdacht festgenommenen Neonazi als „Bruder in Haft“. Ihr Kunde Lasse Richei drohte dem Sprecher des Bündnis gegen Rechts in Anspielung an den Mord in einem Video: „Heute Walter, morgen Janzen!“. Über diese und weitere Drohungen der Gruppe berichtete u.a. das NDR-Magazin Panorama3 unter dem Titel „Rechte Hassattacken: Die Angst von Opfern in Braunschweig“ (https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Rechte-Hassattacken-Die-Angst-von-Opfern-in-Braunschweig,hassattacken100.html)

Nachdem die Medien über die Angriffe & Drohungen berichteten und sich auch der niedersächsische Landtag mit der Nazi-Gruppe beschäftigte, löste sich „Adrenalin Braunschweig“ im Juni selbst auf. 

Wenige Tage später wurde allerdings die Haustür unseres Sprechers mit der Morddrohung „Wir töten dich! Janzen“ und Aufklebern von „Adrenalin Braunschweig“ versehen. Die Polizei durchsuchte darauf auch die Wohnung von Lasse Richei und stellte Beweismittel sicher (eine Übersicht zu den Medienberichten dazu finden sie auf unserer Internetseite: buendnisgegenrechts.net/2019/06/21/drohungen-gegen-den-sprecher-des-buendnis-gegen-rechts/)

Immer wieder fielen die Mitglieder der Gruppe „Adrenalin“ durch Bedrohungen und gewalttätige Angriffe auf – nicht nur in Braunschweig: Bei einer Demonstration von AfD und PEGIDA am 31.09.2018 in Chemnitz fiel Mitglieder der Gruppe durch besonders aggressives Auftreten gegenüber Polizei und Journalist*innen auf. Über die Beteiligung von Lasse Richei an der Demonstration, die in Ausschreitungen mündete, berichtete auch das bekannte TV-Magazin Monitor (https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-kampfsport-in-der-rechten-szene-100.html). Weitere Hintergründe dazu und auch zu Lasse Richei finden sie hier: http://recherche38.info/2018/09/08/bs-in-chemnitz/.

Nazi-Propaganda aus dem Fitnessstudio 

Sowohl Lasse Richei, als auch „Adrenalin Braunschweig“ nutz(t)en auch immer wieder Fotos und Videos, die in ihrem Fitnesstudio aufgenommen wurden und mit dem Hashtag „#McFIT“ versehen sind, für ihre rechte Propaganda in den Sozialen Netzwerken. Lasse Richei ist auf diesen Fotos auch immer wieder in Shirt mit rechten Motiven zu sehen, die er offensichtlich auch während des Trainings im Fitnessstudio offen trägt. Hier ein paar Beispiele:

  • Am 21.09.2018 veröffentlichte Lasse Richei bei Instagram ein Video, dass mit dem Ortstag „Braunschweig, McFIT“ und dem Hashtag „#LINKEANGST“ versehen war und offensichtlich in den Räumen von McFIT aufgenommen wurden. Er nennt dort den Namen eines Kunden von MCFIT samt Autokennzeichen und äußert zynisch: „Du musst doch nicht gleich wegfahren, wenn du mich siehst“. Die Person wurde von Lasse Richei davor bereits mehrmals belästigt. In diesem Video trägt Lasse Richei zudem ein Shirt des Neonazi-Kampfsportevent „Kampf der Nibelungen“.
  • Am 14.02.2019 veröffentlichte Lasse Richei bei Instagram ein Foto vom Parkplatz von McFIT (zu sehen ist im Hintergrund ihr Firmenschild) und der Aufschrift „Kampfsport statt Besatzerfeiertage“.
  • Am 24.01.2019 veröffentlichte „Adrenalin Braunschweig“ auf ihrer Facebook-Seite ein Foto aus den Räumen von McFIT, auf dem Lasse Richei und der bereits mehrmals wegen Gewalttaten verurteilte Neonazi Pierre Bauer (deren Gesichter unkenntlich gemacht wurden) beim Boxtraining zu sehen sind und welches mit der Überschrift „ABS381 Politisches Sport frei“ versehen ist.
  • Am 28.02-2019 postet Lasse Richie bei Instagram kam ein Foto, dass ihn in den Räumen von McFIT zeigt und das mit dem Hashtag „#supportyourrace“ versehen ist.

Andere Sport- und Fitnessstudios in Braunschweig haben bereits entsprechend reagiert und die Verträge mit den Neonazis von „Adrenalin“ gekündigt, bzw. diesen „Hausverbot“ erteilt. Hier dazu zwei Artikel von unserer Homepage:

Und ein Bericht von news38: https://www.news38.de/braunschweig/article215661143/Braunschweig-Adolf-H-Hooligans-posieren-im-Fitnessstudio.html

Wir appellieren eindringlich an die Verantwortlichen bei McFit (RSG Group GmbH): Geben sie gewalttätigen Neonazis nicht weiter die Möglichkeit sich in ihrem Fitnessstudios für ihre Gewalttaten fit zu halten und zu trainieren – Handeln sie im Sinne derjenigen Kund*innen, die sich durch Lasse Richei bedroht und belästigt fühlen und kündigen und setzen sie ihn vor die Tür! 

Kein Fitnesstraining für gewalttätige Neonazis!

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