Update: Neuer Ort – Gemeinsam gegen Nazi-Drohungen

Im Rahmen des Kooperationsgespräches wurde festgelegt, dass die Soli-Kundgebung um 16 Uhr auf den Johannes-Selenka-Platz stattfindet.

Nazis dürfen nach aktuellem Stand nicht in der Goslarschen Straße aufmarschieren. Dennoch gilt:

Solidarität mit den Falken und allen Betroffenen von rechter Gewalt! 

Deshalb ruft das Bündnis gegen Rechts zu einer Solidaritätskundgebung unter dem Motto „Kein Advent für Nazis!“ auf:

Samstag, den 19. Dezember, ab 16 Uhr, Johannes-Selenka-Platz

Am Samstag, 19. Dezember, will die neonazistische Kleinstpartei „Die Rechte“ ab 17 Uhr eine Kundgebung durchführen: in direkter Nähe zur Geschäftsstelle des Kinder- und Jugendverbandes „Die Falken“ in der Goslarschen Straße 20 A sowie unter dem volksverhetzenden Motto „Kein frohes Fest für Volksverräter“.

Im Vorfeld wurde die Kundgebung mit einem SA-Wagen beworben. Hierbei wurde ein Teil des Schriftzuges geschwärzt. Der Original-Text auf dem SA-Wagen lautet: „Kampf den Rasseschändern“. Auch dies ist in höchstem Maße volksverhetzend und abscheulich.

Unsere Hoffnung, dass diese Veranstaltung mit volksverhetzendem Motto und bedrohlichem Charakter deshalb von der Stadt verboten wird, scheint sich nicht zu erfüllen. Das Orga-Kollektiv beobachtet diese besorgniserregende Entwicklung sehr genau.

Unsere Solidarität gilt dem sozialistischen Jugendverband „Die Falken“ und allen Betroffenen rechter Gewalt! 

Mitglieder der Falken wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach von Nazis bedroht und in der Folge auch angegriffen. Erst heute Morgen wurde der Falken-Bulli mit komplett zerstochenen Reifen aufgefunden. Die Gewalteskalation lief in den immer gleichen Stufen ab:

2011

Durch Symbole an Kleidung und Körper eindeutig dem neonazistischen Spektrum zuzuordnende Personen machten wochenlang durch  extrem rechte verbale Attacken und Provokationen auf sich aufmerksam.

In der Nacht vom 18. auf den 19. Juni 2011 schlugen Unbekannte die Scheibe des Bezirksverbandes der Falken in der Tuckermannstraße ein.

Am 5. Juli 2011 kam es schließlich zu einem gewaltsamen Naziüberfall auf das Jugendzentrum „SUB“ der Falken im Magniviertel. Die Täter versuchten, sich gewaltsam Eintritt zu verschaffen und schlugen die Glasscheibe der Eingangstür ein, hinter der die Jugendlichen Schutz suchten. Nur durch das besonnene Vorgehen der Anwesenden und zu Hilfe eilenden Anwohner:innen konnte Schlimmeres verhindert werden.

2016

Wochenlang wurden immer wieder Aufkleber mit rassistischem und neonazistischem Inhalt an die Türen des Jugendzentrums „SUB“ im Bohlweg 55 geklebt.

Am Montag, den 8. Februar 2016, gegen 21 Uhr randalierte eine Gruppe von sechs Personen aus dem Umfeld der Nazi-Szene Braunschweigs vor der Eingangstür des SUBs und versuchte, sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen. Die Personen hatten vorher an der Bragida-Demonstration am Platz der Deutschen Einheit teilgenommen. Die herbeigerufene Polizei nahm die Personalien von einigen der Randalierer auf.

Am Dienstag, den 9. Februar 2016 um 16:45 Uhr beobachtete ein Mitarbeiter der Falken, wie zwei Personen Aufkleber mit eindeutig rechten Parolen an die Türen des Jugendzentrums klebten. Als er das SUB kurz darauf verließ, um die Aufkleber zu entfernen, griffen ihn die Männer an. Er wurde auf dem Gehweg vor dem Gebäude zu Boden geschlagen und am Boden liegend weiter geschlagen und getreten. Nur durch das Eingreifen seiner Kolleg:innen und von Passanten konnten die beiden Täter davon abgebracht werden, weiter auf ihn einzuschlagen. http://buendnisgegenrechts.net/2016/02/11/neonazis-attackieren-mitarbeiter-der-falken/        

Die beiden Täter waren die von da an regelmäßig mit gewalttätigen Übergriffen in Braunschweig auffallenden „stadtbekannten Neonazis“, von denen der mit der „positiven Sozialprognose“ auch am Samstag zu erwarten ist.

2020

Wenige Tage vor der für Samstag angekündigten Nazikundgebung wird am Mittwoch, den 16. Dezember, der vor den Büroräumen geparkte Falken-Bulli mit komplett zerstochenen Reifen aufgefunden.

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