Erinnern heißt kämpfen – Opfer rechter Gewalt haben Namen und Geschichten

„Wir haben uns intensiv mit den Todesopfern rechter Gewalt in der Bundesrepublik nach 1945 beschäftigt – eine emotional herausfordernde und hochpolitische Auseinandersetzung.
Die Betroffenen dürfen nicht vergessen werden, deshalb haben wir ihre Namen aufgeschrieben und wollen sie am Samstag ab 13 Uhr am Hauptbahnhof und ab 14:00 Uhr auf dem Schlossplatz gemeinsam sichtbar machen“ sagt Miriam Seedorf, Teil der Vorbereitungsgruppe der Aktion.

Bei der Vorbereitung wurde deutlich:
Die staatliche Anerkennung als politische Tötung von rechts muss in vielen Fällen bis heute hart erkämpft werden. Immer wieder wurden extrem rechte Hintergründe, Netzwerke und Motive ignoriert, geleugnet und verschwiegen. So wurden Betroffene z.B. durch rassistische und wohnungslosenfeindliche Bilder und Zuschreibungen kriminalisiert und sogar zu Mitschuldigen gemacht.

„Erinnern heißt für uns, der Opfer rechter Gewalt zu gedenken und sich als Teil unserer gemeinsamen Verantwortung mit ihren Schicksalen zu beschäftigen. Wir dürfen die Ermordeten nicht als anonyme Zahlen denken, sondern wir müssen uns mit ihren Leben beschäftigen“, sagt Mimi, ebenfalls Teil der Vorbereitungsgruppe. #saytheirnames darf nicht erst für Ermordete gelten.

Das bedeutet für uns: Betroffene unterstützen, Tätern Raum nehmen, Konsequenzen ziehen. Das heißt für uns gegen rechte Gewalt angehen – egal ob am Familientisch, in Schule, Ausbildung, Arbeit, Freizeit, im Stadtteil oder weltweit.