Solidarische Prozessbegleitung

Dienstag, der 31.05.21
ab 9:30 Uhr vor dem Amtsgericht Braunschweig

Gemeinsam gegen geschichtsrevisionistischen Täterschutz sowie die anhaltende Kriminalisierung antifaschistischer Proteste!

Am 14.11.2021 fand eine Gedenkveranstaltung für die ermordeten Opfer der Kolonialzeit statt.

„[D]ie Kriegführung der deutschen Schutztruppe von 1904 bis 1908 im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika [wurde] als Vernichtungskrieg geführt [,,,]. Dieser Kolonialkrieg gegen die Herero und Nama, die sich gegen die Fremdherrschaft des wilhelminischen Kaiserreiches erhoben haben [gegen Landraub und sexuelle Gewalt] und diese Kriegsführung endete in einem Völkermord“, sagt der Historiker und Afrika-Experte Joachim Zeller. Schätzungseise 50 bis 80 Prozent der damaligen Herero und Nama, bis zu 90.000 Menschen, fielen dem Kolonialkrieg zum Opfer.

Von 1884 bis 1915 war das Deutsche Reich Kolonialmacht im heutigen Namibia.

Seit Jahtzehnten gibt es Auseinandersetzungen um die Rückgabe der Gebeine von Opfern des Genozids und der Kolonialherrschaft an die rechtmäßigen Erben sowie Reparationszahlungen, wie sie durch andere ehemalige Kolonialmächte geleistet wurden.

Ebenso lang gab es in Deutschland Schweigen, fehlende Aufarbeitung und ausbleibende Forschung. Kritik richtet sich auch an den Umstand, dass Vertreter*innen der Betroffenen nicht oder nicht ausreichend in Verhandlungen involviert wurden.

Zeitgleich zur Gedenkveranstaltung vor einem halben Jahr hatte der Traditionsverband Panzeraufklärungsbatallion 1-BS zum Gedenken an die Täter (Schutztruppe Deutsch-Südwest) des Genozids aufgerufen.

Nun wird eine teilnehmende Person des antirassistischen Gedenkens vor das Amtsgericht gezwungen, weil aus Vorwürfen der Täter-Gedenkenden ein Prozess wegen angeblicher Nötigung eingeleitet wurde.

Lasst uns zeigen, dass wir in Braunschweig gemeinsam, Schulter an Schulter, gegen Rassismus, Militarismus, Faschismus, Geschichtsrevisionismus und rechte Kontinuitäten zusammen stehen!